Ausstellung

Einladung zur Eröffnung der Herbstsaison

am 9. September 2018 um 11:00 Uhr

Eröffnung durch: Mag.a Gabriele Spindler (Direktorin der Landesgalerie Linz)

Musikalische Umrahmung in Kooperation mit IGNM  -  „Violet Spin goes contemporary“
Fabian Jäger - Cello, Martina Bischof - Viola, Andreas Semlitsch - Violine
Irene Kepl - Violine und Komposition
Uraufführung: fluid dynamics - Variationen (Irene Kepl)
Galerie Artemons Contemporary 

Dietmar BREHM - Blicklust

Dietmar Brehm  *1947 in Linz
1967-1972 Studium der Malerei (Prof. Herbert Dimmel) an der Kunstschule der Stadt Linz
1972-1999 Lehrauftrag für Aktzeichnen an der Hochschule für Gestaltung Linz
2000-2012 O.Prof. für Aktzeichnen an der Kunstuniversität Linz
1974 bis 1989 die Produktion von 74 Super-8 Experimentalfilmen
1990 bis 2007 die Produktion von 82 16mm Experimentalfilmen
Seit 2006 die Produktion 58 von Videoarbeiten
Zahlreich internationale Preise (u.a. O.Ö.Landeskulturpreis für experimentellen Film, Würdigungspreis der Republik Österreich), Bücher und Texte zur Film/Videoarbeit
Seit 1977 zirka 970 Vorführungen, Festivalbeteiligungen, TV-Präsentationen und Retrospektiven der Filme in Europa, Nord- und Südamerika, Russland, Afrika, Japan, China, Neuseeland und Australien Seit 1969 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In/Ausland.
(u.a. Neue Galerie der Stadt Linz, OÖ Landesmuseum Linz, Stadtmuseum Wetzlar bei Frankfurt, Künstlerhaus Wien/Österreichisches Filmmuseum Wien, Museum Moderner Kunst Passau, Nordico-Museum der Stadt Linz) - zahlreiche Kataloge zur Gesamtarbeit, bzw. Malerei und Fotografie Galerie Artemons Contemporary

Der Bildsezierer Dietmar Brehm
Der Künstler Dietmar Brehm gilt als einer der intensivsten Bildmedienverschränker der österreichischen Gegenwartskunst. Seine künstlerisch multimedial angelegte Produktivität ist erstaunlich und umfasst neben filmischen Arbeiten auch Malerei, Fotografie und Zeichnung.
Der radikale Bilderzeuger Brehm, der immer auf die Unerklärbarkeitsebene des Bildes verweist, gaukelt in seinem Bilderkosmos keine Paradiese vor, sondern bewirkt das Einsehen der Künstlichkeit von Bildern, was wohl für so manche Irritation sorgt. Seine mysteriösen wie eruptiven Arbeiten setzen die notwendige Energie frei, die den Betrachter letztlich die gegenwärtige Konzeption des (anderen) Sehens befragen lässt, die für das Denken und Erkennen von Welt notwendig und prägend ist, wohl wissend, dass es sich beim Erhaschen von Wirklichkeit immer um ein absurdes Ansinnen handelt oder, um im Brehmschen Sinn mit Dostojevski zu sprechen: „Nichts ist unglaubwürdiger als die Wirklichkeit.“ 
Auszug: Hans-Peter Wipplinger: „Dietmar Brehm. Blickzwang.“ - aus: Katalog Museum Moderne Kunst-Stiftung Wörlen, Passau 2005
 

Herbert DIMMEL

Herbert Dimmel
Geboren 31.8.1894 Ried i.Innkreis, gestorben 21.10.1980 Linz.
Er besuchte in Ried im Innkreis das Gymnasium, war Soldat im Ersten Weltkrieg und befand sich sechs Jahre in Kriegsgefangenschaft in Sibirien.  
Von 1921 bis 1928 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Ferdinand 
Andri, war anschließend Assistent für Freskomalerei und von 1938 bis 1945 Professor an der Akademie. Er war Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ und ab 1930 Mitglied des Wiener Künstlerhauses.  
Von 1947 bis 1972 war er Leiter der Meisterschule in der neu gegründeten Kunstschule der 
Stadt Linz und war von 1949 bis 1959 deren Direktor. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Wie kaum ein anderer hat Dimmel das Kunstgeschehen Oberösterreichs im 20. Jahrhundert über Generationen geprägt. Ab 1938 wurde Herbert Dimmel Professor und leitete eine eigene Klasse für Malerei. Von dieser ersten Schaffensphase blieb nicht viel erhalten, das Atelier wurde bei Kriegsende zerstört. Aus dem wenigen, das wir bis heute überliefert haben, ergibt sich das Bild eines typischen Vertreters der österreichischen Zwischenkriegskunst von eher konservativer Prägung mit Hang zur expressiven Formbildung.
Die 2. Werksphase beginnt mit der Rückkehr nach Oberösterreich, wo Dimmel rasch zu einem der wichtigsten Künstler wird und ab 1947 auch eine Professur an der neu gegründeten Linzer Kunstschule bekleidet. Zu dieser Zeit widmet er sich vornehmlich der Landschaft und dem 
Menschenbild. Einer seiner Apologeten, Herbert Lange, charakterisierte ihn so: „Seine Kunst ist Mitteilung vom Menschen, über den Menschen für den Menschen. Seine Bilder sind wie Fenster, die aus dem flüchtigen Tag einen Blick auf das Gleichnis des Zeitlosen und der menschlichen 
Unwandelbarkeit frei geben.“
Parallel zu dieser Haltung geht die Zuwendung zu intimeren Formaten, wobei vor allem im 
Alterswerk große Mengen an Gouachen und Kohlezeichnungen entstanden, die den Zenit im Schaffen Dimmels markieren. Der „neue Dimmel“ entwickelte seine Bildsprache ab 1954 indem er sich mit den großen Neuerern, besonders mit Picasso auseinandersetzt und über die optischen Gegebenheiten der Gegenstände hinausgeht.
Bedeutende Einflüsse kommen auch vom deutschen Expressionismus, besonders von Emil Nolde. In der Spätphase verarbeitet Herbert Dimmel auch die märchenhafte Phantastik von Chagall in sehr eigenständigen Anwendungen. 
Auszüge: Dr. Berthold Ecker zu Herbert Dimmel
 

Josef SCHNETZER

Josef Schnetzer 
Geboren am 16. März 1905 in Imst, gestorben 1993 in Linz. 
Schnetzer ist in Meran aufgewachsen und besuchte von 1913 bis 1921 das Gymnasium in Linz. Anfangs der 1920er-Jahre war er Schüler von Matthias May und folgte diesem nach München, wo er nach dessen Tod die Königliche Kunstgewerbeschule München (Walter Engels, Temperamalerei, Walter Deutsch) und von 1925 bis 1928 die Akademie der Bildenden Künste München, (Karl Kaspar, Akt und Porträtzeichnen) besuchte und anschließend nach Linz zurückkehrte. Zu seinen ersten größeren Aufträgen als freischaffender Künstler zählten Tafelbilder für die Don -Bosco Kirche in Linz (1930) und daran anschließend ein Zyklus von 24 Kreuzwegstationen. Es handelt sich um die wenigen erhalten gebliebenen Werke aus seiner Frühzeit.
Nach sieben Jahren Kriegsdienst und einer schweren Verwundung waren 1945 sein Atelier und sämtliche seiner dort untergebrachten Werke vernichtet. Schnetzer musste mühsam von vorne beginnen. Bereits 1947 konnte sich der Künstler wieder an Ausstellungen, etwa in der Neuen Galerie der Stadt Linz, beteiligen. So entstand ab 1947 in zäher und stiller Arbeit ein neues malerisches Lebenswerk, dessen Hauptbestand von Landschaften und Bildnissen in Öl und Tempera gebildet wird. Dazu kommen Arbeiten in Pastell, Zeichnungen, Buchillustrationen und Plakatentwürfe. Sowie mehrere Sgraffiti an Linzer Bauten.
 

Das Wesen von Schnetzers Kunst, die besondere Stoßrichtung und Zielsetzung seines Schaffens, offenbart sich am sinnfälligsten in den Landschaften, bei denen er weitgehend einem kargen  Impressionismus verpflichtet ist. Neben den Landschaften machen die Bildnisse den umfangreichsten Sektor in Schnetzers Schaffen aus, wobei er einem Bildnis mit der gleichen künstlerischen Selbstlosigkeit entgegentritt wie einer Landschaft. Er gibt in kraftvoller malerischer Gestaltung, Steigerung und Zusammenfassung das Wesen des Dargestellten. So erscheinen die Menschen in seinen Bildnissen eigentümlich zurückhaltend, wortkarg und schweigsam. Sie erzählen nicht viel, aber sie stehen vor uns mit der still zwingenden Gewalt ihrer rein menschlichen Existenz. (Auszug,  Dr. Wilhelm Jenny in Mühlviertler Heimatblätter 1961)  Schnetzer war Mitglied und von 1968 bis 1984 Präsident der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Oberösterreichs. Er war Gründungsmitglied der Mühlviertler Künstlergilde und Mitglied der Innviertler Künstlergilde. Seine Bedeutung wurde vielfach öffentlich gewürdigt, unter anderem durch den Professorentitel und das Ehrenkreuz 1. Klasse für Wissenschaft und Kunst.

Galerie Artemons & Artemons Contemporary
Linzer Straße 19 | A-4202 Hellmonsödt bei Linz
Tel.: 0699 / 16 68 88 81
e-mail: office@artemons.at
www.artemons.at | www.contemporary.artemons.at

Öffnungszeiten:
Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
Und nach telefonischer Voranmeldung.