Ausstellung

Faszination Berge und Seen


Zeitgenössische Landschaftserspürungen treffen auf romantische Assoziationserlebnisse aus einer anderen Welt, sorgfältig inszenierte Idyllen auf skeptische Wirklichkeitshinterfragungen, karge Stimmungsbilder auf widersprüchliche Seelenlandschaften, 100-jährige Angstreflexionen spiegeln sich in augenblicklichen Bedrohungsszenarien und deren medialer Darstellung. Konstruktion trifft auf Dekonstruktion und wieder zurück.
Diese Ausstellung zeigt einmal mehr das hohe Niveau und die zeitlose Aktualität und Innovationskraft der Bildenden Kunst und stellt die Frage nach Deutungshoheiten der Wirklichkeit in unterschiedlichen Zeiten.
Gerade die Naturdarstellungen, Stillleben und Landschaften prägen die ca. 3000 Werke umfassende Sammlung.
Die Erhabenheit der Natur, das Naturschöne, von der in der „Ästhetik“ die Rede ist, wird in diesen Bildern sichtbar.
Gegenübergestellt finden sich Bilder vom Linzer Künstler Hans Franta, der seine Landschaften in Fläche, Linie, Licht und Schatten auflöst.
Besonders hervorheben möchten wir unsere Werke aus dem 19. Jahrhundert wie Adolf Obermüllner, Albert Ritzberger und unsere Herzensangelegenheit Emilie Mediz-Pelikan.
Emilie Mediz-Pelikan
Das Werk Emilie Mediz-Pelikans steht qualitativ in einer Reihe mit dem ihrer Malerkolleginnen Tina Blau, Maria Egner und Olga Wisinger-Florian, wenn es auch durch den frühen Tod der Künstlerin 1908, am Höhepunkt ihres Schaffens, museal unbeachteter geblieben ist. Viele Sammler haben die Güte ihres Werks jedoch erkannt und Arbeiten wie diese zeigen warum:
Ist die atmosphärische Stimmungsstudie vom Starbergersee dem Stil ihres Lehrers Albert Zimmermann und der Schule von Barbizon verpflichtet, bildet das Bild „Felsstück“ einen Brückenschlag zwischen Emilie Mediz-Pelikans frühen, vom Naturlyrismus und Impressionismus geprägten Werk und ihrem späteren, dem Symbolismus verpflichteten Bildern. Neben der minutiösen Schilderung feinsten Farbnuancen und einer irrealen Perspektive macht das subtile Einfühlungsvermögen, mit dem die Künstlerin die Erhabenheit der archaischen Karstlandschaft darstellt, den besonderen Reiz dieses Bildes aus. Impressionistische Lichtreflexe auf Felsvorsprüngen und Wellen, aus hunderten feinsten Pinselstrichen zusammengesetzt, kontrastieren mit den dunklen Schwaden eines abziehenden Gewitters. Ganz klein macht sich da der Mensch in dieser Landschaft aus, auf dessen Existenz nur eine winzige Ortschaft in einer Senke am Rand des Abgrunds hindeutet.
Abseits all dieser Ausführungen laden wir Sie natürlich zu einem Besuch in unsere Galerie ein, denn das Seherlebnis vor einem Kunstwerk ist nämlich durch die besten Abbildungen und Reden nicht zu ersetzten.