Anton Lutz

Maler, Professor

Linz, 1894 – 1992


Anton Lutz wird als dreizehntes Kind des Schulleiters Otto Lutz und seiner Frau Antonia in Prambachkirchen im Innviertel geboren.

„Von meinem Vater dürfte ich die Liebe zur Malerei geerbt haben“ legt Anton Lutz in seinen selbst verfassten Lebenserinnerungen dar. So zeigen die wenige erhaltene Gemälde Otto Lutz auch durchaus als versierten Landschaftsmaler.  Der Vater zeigte sich jedoch eher besorgt über das offensichtliche Interesse seines Sohnes an der Malerei und appellierte an die „Vernunft“ des Sohnes, Lehrer zu werden.

Anton Lutz wählte den Lehrberuf und besuchte 1909 – 1913 die k.k. Lehrerbildungsanstalt in Linz. Parallel dazu bemühte er sich auch um seine künstlerische Weiterbildung.

1913 beteilige er sich erstmals an einer Ausstellung des Oberösterreichischen Kunstvereins, wie auch gemeinsam mit  Franz Brosch; Klemens Brosch, Hans Pollak; Heinz Bitzan sowie Franz Sedlacek  an der ersten Ausstellung der neu gegründeten Linzer Künstlervereinigung März.

Als Anton Lutz 1918 aus dem Militärdienst zurückkehrt trat er eine Stelle als Lehrer an, die er bis 1939 an verschiedenen Dienstorten ausübte. Die Ferien aber benutzte er zur Eigenausbildung und verdiente sich ab dem 14. Lebensjahr seine Bekleidung durch Malerei.
1922 heiratete er Therese Rieder, die in zeitlebens in seiner künstlerischen Arbeit unterstütze und deren elterlicher Baustoffbetrieb wesentlich zur Entlastung der finanziellen Situation in der Familie beitrug, was es Anton Lutz ermöglichte sich nach dem 2. Weltkrieg ausschließlich der Malerei zu widmen.

1922 begann er eine künstlerische Ausbildung in München bei Constantin Gerhardinger und Heinrich Knirr, die 1923 endete. 
1926 wurde Tochter Ilse geboren.

Ab Mitte der 20er Jahre erhielt der Künstler erste Preise. In diese Zeit fallen auch zahlreiche Reisen etwa nach Jugoslawien aber auch nach Paris.  Vom Ende der 20er Jahre bis zum Beginn des 2. Weltkriegs beteiligte sich Lutz beinahe jedes Jahr an der Frühlingsausstellung der Wiener Secession.

Im Herbst 1934 wurde Anton Lutz zum Präsidenten des Oberösterreichischen Kunstvereins gewählt. Ein Amt das er bis 1939 inne hatte.

In der Zeit des Nazionalsozialismus erhielt er den „Gaukunstpreis“. Seine Darstellungen aus dem Bäuerlichen Leben wie auch seine Aktkompositionen  wurden zudem häufig in Zeitschriften veröffentlicht und er verlegte seine Ausstellungstätigkeit ins „Haus der Kunst“ in München, wo das Zentrum der Kulturpolitik des 3. Reichs lag.

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg bemühte sich Anton Lutz gemeinsam mit Kollegen um die Reaktivierung des traditionellen Oberösterreichischen Kunstvereins, die 1948 zu einem erfolgreichen Abschluss fand und als dessen Präsident er bis 1963 er im Amt blieb.

1952 wurde ihm der Titel des Professors verliehen.

Ab Ende der 40er Jahre zeigt sich eine verstärkte Hinwendung zu Aspekten des Malerischen, wo Lutz in einer speziell ausgeprägten Lichtexpressiven Malweise große farbliche Zusammenhänge der Bildkomposition herausarbeitet.

Im Verlauf der 60er Jahre wurde dieser eingeschlagene Weg der künstlerischen Entwicklung nochmals verfeinert und intensiviert. Die Bildkomposition wirkt in diesem Alterswerk wie Lichtreflexe von Erinnerungsbildern. Das Inhaltliche der Bilddarstellung tritt nun völlig zurück zu Gunsten einer ausschließlichen Hinwendung zum Thema des Lichts.

Selbst in hohem Alter nahm Anton Lutz großen Anteil am Kunst- und Gesellschaftsleben in Oberösterreich. Er erhielt viele Ehrungen von Seiten der Republik Österreich, des Landes Oberösterreich wie auch der Stadt Linz.

Nachdem seine Frau Therese Lutz am 28. Dezember 1991 starb, folgte ihr Anton Lutz am am 2. Mai 1992 in den Tod.

(Auszüge aus dem Ausstellungskatalog : Lichtimpressionen, Der Maler Anton Lutz, Österreichische Galerie Belvedere; 2005)

Biografie

1909-1913 Ausbildung an der k.k. Lehrerbildungsanstalt in Linz
1913 Beginn der Ausstellungstätigkeit und Beteiligung an der Gründungsausstellung der Künstlegruppe MAERZ
ab 1920 Mitglied des oberösterreichischen Kunstvereins
1922/23 künstlerische Ausbildung in München bei Constantin Gerhardinger und Heinrich Knirr
ab 1928 Mitglied der Innviertler Künstlergilde
1934-1938 Präsident des oberösterreichischen Kunstvereins
1935 erste Einzelausstellung
1948–1963 Präsident des oberösterreichischen Kunstvereins, anschließend Ehrenpräsident
1954 große Ausstellung im Oberösterreichischen Landesmuseus
ab 1954 Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft, Mitglied der Wiener Secession

Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen:

1952 Verleihung des Titels „Professor“
1964 Ehrenpräsident der Innviertler Künstlergilde
1969 Adalbert-Stifter-Preis des Landes Oberösterreich
1978 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I.Klasse
1979 Kulturmedaille der Stadt Linz
1983 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich
1989 Ehrenring der Stadt Linz