Max Hirschenauer

Maler

Schärding 1885 - 1955 


Max Hirschenauer wurde am 2. März 1885 in Schärding geboren, wo sein Vater ein bekannter Meisterschütze den Gasthof zum Schützenwirt führt.

Durch Vermittlung seines Onkels kommt Hirschenauer einige Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkrieges nach München zur Kunstanstalt Bruckmann, wo er als Zeichner und Retoucheur arbeitet.

Er besucht die Münchner Akademie bei Prof. Hugo von Habermann.

Nach dem Militärdienst im 1. Weltkrieg vollendet er die Akademie und lebt als freischaffender Künstler in München.

Nach seiner Übersiedlung nach Linz in der Zwischenkriegszeit schließt er sich dem neu gegründeten Künstlerbund MAERZ an.

Er bleibt jedoch auch immer seinem Heimatort Schärding treu und leistet als Gründungsmitglied der Innviertler Künstlergilde in einer ländlichen Region mit Alfred Kubin und Margret Bilger wertvolle künstlerische Bildungsarbeit im Innviertel.

Immer dunkel gekleidet mit Brille und Spitzbart passte er jedoch als Landschafts- und Portraitmaler so gar nicht in die euphorische Aufbruchsstimmung der Nachkriegsjahre und es war ihm nach dem 2. Weltkrieg auch nicht mehr möglich, sich im Umfeld der zeitgenössischen Kunstströmungen die nun nach Oberösterreich mehr oder weniger ungehindert einfließen konnten, entsprechend zu etablieren. Die gegenständliche Malerei entsprach, mit Ausnahme der Expressionisten, nicht mehr den demokratisch–fortschrittlichen, international gehandhabten Kunstrichtungen.

Er lebte von spärlichen Portraitaufträgen und vom Verkauf seiner Landschaften und Pastelle. 
Maxs Hirschenauer blieb als Portrait- und Landschaftsmaler, ein eigensinniger und eigenständiger Traditionalist immer nah an seinen Wurzeln, dem impressionistischen Erbe der Maltradition der Jahrhundertwende an der Münchner Schule.

Seine impressionistischen Aktdarstellungen basieren auf dem Vorbild seines berühmten Lehrers Hugo Freiherr von Habermann, einen Stil den er virtuos weiterentwickelte. Jedoch blieb er im allgemeinen am Boden großbürgerlicher Geschmackskultur den er nur sehr selten, wie im verdüsterten Selbstbildnis vor der Staffelei 1952 beiseite schob.

Über sein Privatleben und seine Beziehung zu den Malerfreunden Demeter Koko und Alfons Walde ist sehr wenig bekannt und er steht auch hier in einer Tradition mit Künstlern die die Weltkriege erleben mussten und diese dunkle Seite ihrer Erfahrung im Inneren vergruben und nicht direkt in ihrer Malerei verarbeiteten. Eine Eintragung im Schärdinger Gästebuch im selben Jahr mag auf die selbstzweiflerische Seite Max Hirschenauers schließen lassen. „Humor ist, über sich selbst Lachen zu können“

Aus Hirschenauers Portraits strömt beklemmende Schwere. In sich ruhende noch ungelöste Schicksale verdichten sich in pastoser Malerei. Es sind Menschen, die noch einen weiten Weg vor sich haben, weil sie dem Diesseits zu sehr verhaftet sind. Eine solche Weltlastigkeit kann nur realistisch wiedergegeben werden und das entspräche auch dem Naturell des Skeptikers, der angeblich nicht lachen konnte.

Gerade diese Arbeiten scheinen nach einer zeitgenössischen Rezeption zu rufen, in einer postmodernen Welt, wo alles erlaubt, und die Realitäten auch anhand von wieder gegenständlichen Darstellungen neu überprüft werden.

Hirschenauer starb 1955 in Schärding.

(Auszüge aus Max Hischenauer, 1885 – 1955, Ein bedeutender Maler aus Schärding; anlässlich der max Hirschenauer Gemäldeausstellung 1997 in Schärding.)