Albrecht Dunzendorfer

(12. März 1907 – 30. Oktober 1980) 

 

Geboren: 12. März 1907 in Oberneukirchen als zweites von fünf Kindern. Sein Vater Leopold war Marktvorstand; von seiner Mutter Olga, einer feinsinnigen Frau, erhielt er erste künstlerische Anregungen.

1926 Lehrer in seinem Schicksalsort Hellmonsödt

1931 Fachlehrer
1931–1935 Studium an der Kunstakademie in Wien bei Wilhelm Dachauer und Carl Fahringer. Kollege von Rudolf Hausner.

1935 Rückkehr in den Schuldienst in Hellmonsödt. Es entstehen zahlreiche fotojournalistische und heimatkundliche Arbeiten (zwei Bücher), dazwischen zahlreiche Bergtouren und eine Balkanreise. 
Rektor der Schule in Hellmonsödt.

1940–1944 Soldat

1944–1946 Kriegsgefangenschaft in England. (Altarbild in der Barackenkapelle von Camp 37) In dieser Zeit fasst er einige Entschlüsse, die auch für seine weitere künstlerische Entwicklung entscheidend waren: nie mehr zu rauchen, einfach zu leben, keiner politischen Partei beizutreten, sich ganz auf die Malerei zu konzentrieren und somit den Schuldienst aufzugeben, seine Kunst der Heimat zu widmen und diese so wenig wie möglich zu verlassen.

Während vor dem Krieg das quadratische Format des Jugendstils und eine expressionistische Farbzusammenstellung die romantischen Landschaftsbilder beherrschen, wird die Farbpalette jetzt heller, heiterer, das Format und der Pinselstrich dynamischer. Es bleibt die große, einfache Komposition, die Landschaft als Empfindungsraum, die Stille, die leise Wehmut. Dunzendorfer hat sich schon frühzeitig hauptsächlich mit Bildern aus seiner urtümlichen Heimat, der kargen Mühlviertler Landschaft, einen Namen gemacht und erreichte einen Wohlstand, der es ihm ermöglichte, seiner Bauleidenschaft zu frönen, frei und unabhängig zu leben und zu schaffen, was von jeher sein Ziel war.

1950 baut er in guter Aussichtslage Haus und Werkstätte. Gründungsmitglied der Mühlviertler Künstlergilde.

1953 stirbt seine Frau, die ihm 2 Kinder schenkte. Ein jahrelanges Junggesellenleben folgt. Das Hineinhorchen in sich bringt die Beschäftigung mit Abstraktion und dem Experimentieren mit Formen und Farben. Mit diesen Werken bricht er aus dem Schema des Landschaftsmalers aus. Zu den zwei Grundkomponenten, die ihn seit jeher bestimmten, der erdgebundenen menschlichen Natur und der geistig-seelisch-phantastischen Komponente („Apokalypse“ 1954), tritt nun eine selbst geschaffene künstliche, die technische Komponente („das Gehirn der Welt“ 1970), der er sich nicht mehr entziehen kann. Es entstehen eigenwillige surrealistische Schöpfungen („das Dasein“,„Wagnis“ u. a.) und anschließend häufig Abstraktionen in einer selbst entwickelten Lacktechnik, für die es in der internationalen Kunst keine Vorbilder gibt („tastendes Denken“, „Stein der Weisen“ usw.) Die Mutter seines 3. Sohnes wird seine 2. Frau und späte Lebensbegleiterin.

1958 Bau der Hellmondwarte

1971 Bau einer 200 m² großen Ausstellungshalle, um der immer größeren Nachfrage nach seinen Werken zu begegnen und vom Kunstmarkt unabhängig zu bleiben. 

1973 zweite Verehelichung mit der Mutter seines 3. Sohnes.

1976 „Romantik der Erinnerung“ (Bildbuch) Der Kunsthistoriker Dr. Benno Ulm über Albrecht Dunzendorfer.

Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Hellmonsödt.

1977 Veröffentlichung seines Buches „Mit Pinsel und Kamera“ (Plöchl, Freistadt) anlässlich des 70. Geburtstags. Zeit seines Schaffens war er nebst der Malerei auch der Fotografie sehr verbunden, die in diesem autobiografischen Werk einen hohen Stellenwert einnimmt.

Dunzendorfer kehrte in seinem Alter wieder zurück auch zum Aquarell und zur weiten, kargen, Landschaft. Dazu Benno Ulm in „Romantik der Erinnerung“: „Die romantischen Landschaften Dunzendorfers verbergen und verhüllen zugleich mit einer Selbstoffenbarung die Einsamkeit des Ich. Der hohe Horizont über einem Bachlauf, über ansteigenden Feldern, ein wieder in die Natur zurückkehrendes Gehöft, sind Symbol für die Gegenüberstellung des Menschen in seiner begrenzten Umwelt.“

Dr. Kiesenhofer (Präsident der Mühlviertler Künstlergilde) schreibt über Dunzendorfer:„Alle seine Arbeiten tragen den Stempel einer starken Künstlerpersönlichkeit, die sich mit ihrem Gesamtwerk weder in eine Stilrichtung, noch in irgendein Schema einordnen lässt, dazu ist sie viel zu polar angelegt. Man sollte erkennen, mit welcher Bemühung er der Selbstnachahmung davonlief, indem er sich immer wieder neuen Aufgaben stellte und an ihnen wuchs.

Im Gästebuch finden sich Namen wie Dr. Kurt Waldheim (UNO-Generalsekretär), Serge Gerassimov (Präsident der russischen Künstlerschaft), H. Tichy (Himalaja-Forscher), Dr. H. Pohlmann (Max-Plank-Institut). 

Bilder von Albrecht Dunzendorfer befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, sie fanden sich im Besitz von Persönlichkeiten wie J. Gagarin (dem ersten Astronauten), Theodor Körner (Bundespräsident), Dr. Koref, Dr. Gleißner …

2006 übernimmt die Kunststiftung Artemons, die über eine Sammlung von tausenden Gemälden oberösterreichischer Maler verfügt, die Kunsthalle sowie das erstgebaute Haus mit Werkstätte und vereint beide Gebäude durch einen modernen Zwischenbau zum größten Privatmuseum für Malerei in Oberösterreich. Albrecht Dunzendorfer wird mit einer Dauerausstellung im ehemaligen Wohnhaus gewürdigt.